Pfarrer und Heimatforscher

Der Dotzheimer Pfarrer Luja hat sich um Nassaus Geschichte verdient gemacht

Pflegepersonal muss viel leisten – der Tag der Pflegenden macht das deutlich. Foto: godfather - stock.adobe

12.05.2022

Leicht kann man an der Metalltafel vorbeigehen, die an den Namensgeber des Platzes erinnert. Etwas versteckt ist sie angebracht, Rosen ranken sich um sie herum. Johann Christian Reinhard Luja, Pfarrer in Dotzheim, stand Pate für den Platz in der Ortsmitte. Heute herrscht dort Tristesse, Läden stehen leer, und nur wenige Menschen sind unterwegs. Viele Dotzheimer wünschen sich, dass sich auf dem Platz etwas tut, dass Geschäfte und Arztpraxen einziehen und sich der Pfarrer-Luja-Platz zum wirklichen Ortsmittelpunkt entwickelt. Doch wer war eigentlich dieser Geistliche, an den auch eine weitere Gedenktafel ein paar Schritte weiter an der Dotzheimer Kirche erinnert?

Walter Nies GmbH

Johann Christian Reinhard Luja wurde 1767 in Wiesbaden geboren und studierte evangelische Theologie in Gießen. Nach verschiedenen Stationen in anderen Gemeinden war er von 1818 bis zu seiner Pensionierung 1836 als Pfarrer in Dotzheim tätig. Er war nicht nur einer der Mitbegründer des bis heute erfolgreichen Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung, sondern arbeitete auch über die Geschichte Dotzheims, wie Rolf Auer in seinem Artikel über Pfarrer Luja im Wiesbadener Stadtlexikon schreibt.

So hat der Geistliche eine Chronik des „größten Dorfes im Nassauer Land“ verfasst und einen genauen Ortsplan angefertigt. Zudem unternahm er Grabungen und fand tatsächliche Stücke aus römischer und fränkischer Zeit in Dotzheim.

Übrigens: Der Weinstand des Wein-, Obstund Gartenbauvereins sorgt dafür, dass zumindest am Wochenende auf dem Pfarrer-Luja-Platz wieder mehr Leben herrrscht. Freitags, samstags und sonntags wird dort ab 17 Uhr Wein und Sekt ausgeschenkt. Jedes Wochenende ist ein anderer Verein für die Bewirtschaftung zuständig. (eva)


Freudenberg-Events

Flohmarkt, Party und Sommer-Karneval

Es tut sich etwas auf dem Freudenberg: Zum gemütlichen Bummel beim Mondschein- und Kindersachen-Flohmarkt wird am Samstag, 21. Mai, von 18 bis 22 Uhr ins beleuchtete Festzelt am Veilchenweg eingeladen. Das Zelt verwandelt sich, wenn am Freitag, 27. Mai, dort ab 21 Uhr im Rahmen der Freudenberger Kerb die „Mallorca Party“ steigt. Der Eintritt dafür kostet 10 Euro.

Am Samstag, 28. Mai, beginnt um 19.33 Uhr im Zelt auf dem Festplatz der „Wiesbadener Sommer-Karneval“. Unter dem Motto „Das Beste aus Wiesbaden, Mainz und Köln“ sind die Dodos, Jürgen Finkenauer und die Biebricher Waden dabei. Ebenso wird die Wiesbadener Stadtgarde erwartet. Thomas Neger und die Humbas kommen aus Mainz auf den Freudenberg; durch das Programm führt Joe Mauer. Im Rahmen ihrer Tournee „30 Jahre und kein bisschen leise“ gibt die Kölner Kult-Band „Die Räuber“ auf dem Freudenberg ihr einziges Gastspiel im Rhein-Main-Gebiet.

Die Karten dafür kosten im Vorverkauf 18,05 Euro und sind über die Tourist-Information Wiesbaden erhältlich. An der Abendkasse kosten sie 20 Euro. Bei allen Veranstaltungen gelten die tagesaktuellen Corona-Regeln. (eva)


Dotzheimer Räuber

Ausflugsziel: Leichtweißhöhle wieder geöffnet

Der Räuber Leichtweiß: Vielen gruselt es ein bisschen, wenn sie diesen Namen hören. Bilder eines unerschrockenen Räuberhauptmanns, der mit seinen Spießgesellen in den Wäldern rund um Wiesbaden hauste und ehrbare Bürger überfiel, tauchen in den Köpfen auf. Dabei hat die Geschichte des Heinrich Anton Leichtweiß aus Dotzheim nur wenig mit solchen sprichwörtlichen Räuberpistolen zu tun: Dem angesehenen und wohlhabenden Gastwirt, der 1723 geboren wurde und im Alter von 70 Jahren starb, wurde - vermutlich aus Neid - ein Einbruch unterstellt. Aufgrund von Zeugenaussagen wurde er auch der Wilderei angeklagt. Über ein Jahr saß Leichtweiß im Zuchthaus. Danach ist er nicht nach Dotzheim zurückgekehrt, sondern hat sich in die Wälder zurückgezogen, wo er vermutlich wirklich zum Wilderer geworden ist. 1791 wurde seine Höhle entdeckt. Zwei Jahre später starb Leichtweiß im Zuchthaus.

Die Leichtweißhöhle im Nerotal war coronabedingt lange geschlossen. Jetzt kann sie wieder besichtigt werden - und zwar bis Ende Oktober jeweils mittwochs von 10 bis 14 Uhr und sonntags von 13 bis 18 Uhr. Mitarbeiter informieren über die tragische Lebensgeschichte des Dotzheimers. Der Eintritt ist kostenlos. (eva)