Für die Ewigkeit

Evangelisches Gedenken an die Verstorbenen am Totensonntag

Im November wird auf den Friedhöfen der Toten gedacht. Foto: Britta Pedersen/ dpa

20.11.2019

Das Gedenken an die Toten nimmt in allen Kulturen einen besonderen Platz ein. Evangelische Christen zum Beispiel besuchen und schmücken die Gräber ihrer Angehörigen am Totensonntag. Dieser Sonntag vor dem ersten Advent – damit zugleich der letzte Sonntag des Kirchenjahres – verbindet den Gedanken an den Tod mit Hoffnung auf die Auferstehung und heißt daher auch Ewigkeitssonntag.

Offiziellen Charakter erhielt der Gedenktag erst durch König Friedrich Wilhelm III., der ihn 1816 in Preußen einführte – vermutlich um an die Gefallenen der Freiheitskriege gegen Napoleon zu erinnern. Dieses Jahr findet der Totensonntag am 24. November statt.
  

Im katholischen Christentum dagegen existieren im November zwei Totengedenktage: Zu Allerheiligen am 1. November schmücken Katholiken die Gräber ihrer Toten. Sie drücken damit die Zuversicht aus, nach dem Tod in der Gemeinschaft mit Gott zu sein. Gedacht wird nicht nur heiliggesprochener Frauen und Männer, sondern auch jener Menschen, die ihren Glauben eher unspektakulär gelebt haben. Eng mit Allerheiligen verbunden ist das dem Gedächtnis aller Verstorbener gewidmete Allerseelenfest am 2. November.

Alle drei Gedenktage sind sogenannte „stille Feiertage“: An diesen Tagen können durch spezielle Gesetze öffentliche Unterhaltungs-, Tanz- und Musikveranstaltungen sowie der Schankbetrieb untersagt werden. Allerdings sind diese Vorgaben weder in ganz Deutschland noch in den verschiedenen Bundesländern einheitlich geregelt. Die Absicht hinter dieser Einschränkung ist die Wahrung des „religiösen Charakters“ dieser besonderen Gedenktage, denn sie sollen der Andacht und Trauer sowie einer stillen Einkehr dienen und nicht durch Lärm gestört werden. dpa / red