„VCW-Familie“ trotz(t) Corona

 

Foto: Detlef Gottwald

21.12.2020

Auch für die Bundesliga-Volleyballerinnen des VC Wiesbaden ist 2020 ein besonderes Jahr gewesen. Corona brachte erst den Spielbetrieb der vergangenen Saison zum Erliegen. Und in der neuen, laufenden Runde müssen die VCW-Spielerinnen wie alle anderen Teams auf die Anfeuerung und Unterstützung der Zuschauer in der Halle verzichten. Gerade beim VCW werden die Fans und damit die bei Wiesbadenern so beliebte und bei Gegnern so gefürchtete „Blaue Wand“ in der Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit vermisst. Doch ganz ohne Volleyball-Gefühl müssen die Treuen nicht bleiben. Das Livestream-Angebot unter www.sporttotal.tv wurde in dieser Saison ausgebaut und wird nun auch kommentiert. Zudem gibt es live aus der Halle ein Vorprogramm, das ebenso im Netz unter www.vc-wiesbaden.de/vorprogramm übertragen wird. So auch beim letzten VCW-Heimspiel vor Weihnachten gegen den VfB Suhl am heutigen Samstag, 19. Dezember, um 19 Uhr. Mit den Auftritten am Sonntag, 27. Dezember, um 19 Uhr gegen den USC Münster, ebenfalls in eigener Halle, und am Samstag, 2. Januar 2021, bei Nawaro Straubing, stehen zeitnah noch zwei weitere wichtige Spiele im Kampf um die Play-off-Plätze an. Danach verabschiedet sich der VCW in eine fast vierwöchige Spielpause, ehe es am 28. Januar gegen Schwarz-Weiß Erfurt wieder um Bundesliga-Punkte geht.
 

Die Mannschaft von Trainer Christian Sossenheimer steht im Rennen um den achten Platz, der noch zur Play-off-Teilnahme berechtigt, besser da als in der vergangenen Saison. Mit den drei bisherigen Heimsiegen gegen Aachen (3:2), Schwerin (3:2) und der jüngste Erfolg gegen Straubing (3:0) sowie den errungenen jeweiligen Punkten bei der 2:3-Auftaktniederlage in Münster sowie beim 2:3 in Erfurt sammelte das Team in insgesamt neun Spielen neun Zähler und steht derzeit auf diesem achten Platz, punktgleich mit den Kontrahenten aus Aachen und Straubing.


"Erlebe, was wir lieben!"


Der Verein, der seit 2004 ohne Pause in der Bundesliga spielt, 2010 die Vizemeisterschaft feierte und anno 2013 und 2018 das Pokalfinale erreichte, ist immer noch eine weibliche Volleyball-Hochburg Deutschlands. Die erfolgreiche Jugendarbeit zeigt sich nicht nur in der großen Anzahl der Nachwuchsmannschaften, sondern auch an den jüngsten Erfolgen der zweiten Mannschaft, die derzeit in der 2. Bundesliga Süd die Tabelle anführt. Und mit der Zuspielerin Pauline Schultz, die nun fest zum Erstliga-Kader gehört, und Paula Hötschl verstärkten schon zwei junge Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft die Bundesliga-Truppe in dieser Saison.

Dabei musste der VCW einige Verletzungen in dieser Saison in Kauf nehmen. Neben den beiden Langzeitverletzten Lisa Stock und Julia Wenzel (jeweils Kreuzband) erwischte es auch die dienstälteste Spielerin Tanja Großer, die aber im Januar wieder angreifen möchte.

Fotos Fotolia: Cla78, Artenauta
Fotos Fotolia: Cla78, Artenauta

Die Garde der deutschen Spielerinnen wird von Kapitänin Selma Hetmann sowie Frauke Neuhaus und Lena Vedder komplettiert. Die US-Amerikanerinnen Anna Wruck, Ashley Evans und Justine Wong-Orantes, die Kroatin Marijeta Runjic und die Tschechin Klara Vyklicka stehen für den internationalen Flair der VCW-Mannschaft.

Zu der viel beschworenen „VCW-Familie“ gehören aber auch die vielen ehrenamtlichen Helfern, die coronabedingt derzeit vielerorts ausgebremst werden. Doch diese Familie, die auch nach Niederlagen zusammenhält, trotzt Corona und blickt gespannt auf viele weitere Jahre Volleyball-Spitzensport in Wiesbaden. (red)