Wiesbadens Badekultur und ihr Ursprung

Das sam – Stadtmuseum am Markt zeigt ab September die Sonderausstellung „Wasser.Macht.Identität“

Fotos: sam

12.04.2022
sam - Stadtmuseum am Markt

Das sam – Stadtmuseum am Markt beteiligt sich am Jahr des Wassers mit der Sonderausstellung „Wasser. Macht. Identität“ zur Wiesbadener Badetradition in der Antike sowie deren Rezeption, Interpretation und Auswirkung in ihrer zweiten Blütezeit um 1900.

Den heißen Quellen verdankt die Stadt Wiesbaden ihren Aufstieg zur Weltkurstadt im 19. Jahrhundert. Dass die Stadt aber bereits in früherer Zeit europaweit für seine Badekultur bekannt war, wissen bisher nur die wenigsten. Als Rom vor 2000 Jahren in Mainz, gegenüber der Mainmündung, ein Legionslager für über 12 000 Soldaten errichtete und eine blühende Zivilsiedlung am Fuße des Militärlagers entstand, geriet auch das nahe Wiesbaden bereits um Christi Geburt in den Blickpunkt.

Im heutigen Innenstadtbereich entstanden schon bald römische Badeanlagen, die bis nach Rom bekannt wurden. Antike Schriftsteller berichten von den heißen Wassern in „Aquae Mattiacorum“ und dass der dort gewonnene Quellsinter bis in die Hauptstadt des Imperiums verhandelt wurde. Römische Frauen nutzten ihn, um sich die Haare zu färben. Römische Grab- und Weihesteine bezeugen die kulturelle Vielfalt, die damals im römischen Wiesbaden herrschte.

Die „Wiederentdeckung der Antike“ um 1900 zeigt als Brückenschlag in die Neuzeit, welche Bedeutung Wiesbaden seiner römischen (Bade-)Tradition beimaß, wie sich dies im öffentlichen Bewusstsein und schließlich im Stadtbild ausdrückte. So wurde Wilhelm II. bei seinen Besuchen in Wiesbaden mit dem Schriftzug „Salve Imperator“ („Sei gegrüßt, Kaiser“) begrüßt und die als „Heidenmauer“ bezeichnete römische Stadtmauer 1902 zeittypisch instandgesetzt. Antike Thermen bildeten auch das Vorbild für das von 1910 bis 1913 im Jugendstil errichtete Kaiser-Friedrich-Bad.

Gezeigt werden eigene Objekte der Sammlung Nassauischer Altertümer (SNA) sowie außergewöhnliche Leihgaben. Eva Köhler

INFO

Ausstellungsdauer:
21. September – 29. Januar

www.stadtmuseum-wiesbaden.de